Das Problem mit konventionellen Lehrbüchern ist oft, dass diese die folgenden Ziele verfolgen:
Sie wollen den Leser so schnell wie möglich in die Lage versetzen, anwendbares und höfliches Japanisch zu benutzen.
Sie wollen keine Leser mit den grauenhaften japanischen und chinesischen Schriftzeichen verscheuchen.
Sie wollen vermitteln, wie man deutsche Ausdrücke auf japanisch sagt.
Bei romanischen Sprachen wie Spanisch gibt es mit diesen Zielen normalerweise keine Probleme, oder sie werden wegen der Ähnlichkeit zum Deutschen gar nicht erst verfolgt. Da allerdings Japanisch in nahezu alle Punkten (bis hin zu den grundsätzlichen Denkweisen) anders ist,
sind diese Zielsetzungen für viele der verwirrenden Lehrbücher, die heute auf dem Markt sind, verantwortlich. Solche Bücher sind gewöhnlich voll mit komplizierten Regeln und unzähligen Grammatik-Häppchen für bestimmte deutsche Ausdrücke. Sie enthalten fast keine Kanji, und deshalb wird der Lernende - endlich in Japan angekommen - feststellen, dass er keine Menüs, Karten oder sonst etwas lesen kann, weil die Lehrbücher entschieden haben, dass er nicht schlau genug ist, sich die chinesischen Schriftzeichen einzuprägen.
Die Ursache dieses Problems ist, dass die Lehrbücher versuchen, Japanisch auf Deutsch zu lehren. Sie möchten einem schon auf der ersten Seite beibringen, wie man "Guten Tag, mein Name ist Müller" sagt, aber sie verschweigen, welche eigenmächtigen Entscheidungen dazu hinter den Kulissen getroffen wurden. Wahrscheinlich wurde beschlossen, die Höflichkeitsform zu verwenden, obwohl es keinen Sinn macht, diese vor der Wörterbuchform zu lernen. Das Lehrbuch könnte auch entschieden haben, ein Subjekt zu verwenden, obwohl es nicht notwendig ist und die meiste Zeit weggelassen wird. In der Tat ist die verbreitetste Art, auf japanisch so etwas wie "Mein Name
ist Müller" zu sagen, einfach "bin Müller". Das kommt daher, dass sich der größte Teil der Information aus dem Zusammenhang ergibt, und deshalb ausgelassen wird. Aber erklärt das Lehrbuch, wie sich die Dinge grundsätzlich im Japanischen verhalten? Nein, denn man ist viel zu sehr mit dem Versuch beschäftigt, den Leser mit "auf Anhieb nützlichen" Ausdrücken aus der Tür zu schubsen. Das Resultat ist ein wirres Durcheinander von Texten der Art "Nimm dies, wenn du das sagen willst". Beim Leser stellt sich ein Gefühl der Konfusion ein, weil er damit noch lange nicht weiß, wie die Dinge denn eigentlich funktionieren.
Die Lösung dieses Problems ist, Japanisch von einem japanischen Standpunkt aus zu betrachten. Man nehme die japanische Sprache und erkläre, wie sie funktioniert, wobei man niemals versuchen sollte, etwas, das man auf Deutsch sagen will, ins Japanische hineinzupressen. Um auf diese Weise voranzukommen, ist es auch wichtig, die Dinge in der Reihenfolge zu erklären, in der sie in Japanisch Sinn machen. Wenn man [A] wissen muss, um [B] zu verstehen, darf man nicht [B] zuerst behandeln, nur weil man einen bestimmten Ausdruck vermitteln will.
Zusammenfassend: Wir benötigen einen japanischen Leitfaden, um die japanische Grammatik zu lernen.
Ein japanischer Leitfaden zur japanischen Grammatik
Dieser Leitfaden versucht, die grammatikalischen Strukturen, die die japanische Sprache ausmachen, in der Weise aufzubauen, in der es im Japanischen
Sinn macht. Damit ist er vielleicht kein praktisches Werkzeug, um sich schnell ein paar unmittelbar anwendbare japanische Ausdrücke anzueignen (z.B. übliche Redewendungen für Reisende). Dafür werden aber in logischer Folge die Grundbausteine der Grammatik vermittelt, wodurch ein solides Grundgerüst der Grammatik aufgebaut wird. Diejenigen, die Japanisch aus Lehrbüchern gelernt haben, werden wahrscheinlich große Unterschiede in der Anordnung und Präsentation des Stoffs erkennen. Das kommt daher, dass der Leitfaden nicht krampfhaft künstliche Bezüge zwischen dem Deutschen und Japanischen zu schaffen versucht, in dem das Material in einer Weise präsentiert wird, in der es aus deutscher Sicht Sinn machen würde. Stattdessen sollen die Beispiele mit ihren Übersetzungen zeigen, wie man Ideen in Japanisch ausgedrückt, was zu einfacheren, besser verständlichen Erklärungen führt.
Am Anfang sind die Deutschen Übersetzungen für die Beispiele so wörtlich wie möglich, um ein Gefühl für den Sinn der japanischen Ausdrücke zu erhalten. Dies führt oft zu grammatikalisch falschen Übersetzungen ins Deutsche. Beispielsweise enthält die Übersetzung oft kein Subjekt, weil das Japanische keines erforderdert. Da Artikel wie "der" oder "ein" im Japanischen nicht vorhanden sind, werden sie in der Übersetzung auch nicht verwendet. Und da im Japanischen nicht zwischen zukünftigen Aktionen und generellen Aussagen (wie "Ich werden in den Laden gehen" und "Ich gehe in den Laden") unterschieden wird, wird diese Unterscheidung auch bei der Übersetzung nicht gemacht. Ich hoffe, dass die Erklärungen zu den Beispielen den genauen Sinn
widerspielgeln, den der Satz auch im Japanischen hat. Wenn für den Leser das "Denken auf Japanisch" erst einmal vertraut geworden ist, fallen auch die Übersetzungen weniger wörtlich aus, damit man die Sätze besser lesen und sich mehr auf die fortgeschrittenen Themen konzentrieren kann.
Man beachte, dass es Vor- und Nachteile mit sich bringt, die Grundlagen der Grammatik systematisch und von Grund auf zu erklären. Im Japanischen sind die grundlegendsten Konzepte auch am schwierigsten zu begreifen, und die am häufigsten verwendeten Wörter besitzen die
meisten Ausnahmen. Das bedeutet, dass der härteste Teil der Sprache zuerst kommt. Lehrbücher verfolgen üblicherweise einen anderen Ansatz, weil sie befürchten, ihre Leser zu verscheuchen oder zu frustrieren. Deshalb versuchen sie zu vermeiden, sich gleich am Anfang ernsthaft mit den härtesten Konjugationsregeln zu beschäftigen. Stattdessen präsentieren sie Flickwerk und Tricks, um sofort mit den nützlichen Ausdrücken beginnen zu können (Ich denke hier speziell an die Konjugation der Vergangenheitsform bei den Verben). Für manche Leute mag das eine akzeptable Herangehensweise sein. Allerdings kann es so zu einigen Problemen und Verwirrung entlang des weiteren Weges kommen - genau, wie wenn man ein Haus auf einem zu schwachen Fundament
errichtet. Die schwierigen Themen müssen behandelt werden, so oder so. Wenn man sie aber gleich am Anfang erklärt, werden dadurch die leichteren Sachen viel leichter, da sie dann auf dem soliden Grundgerüst aufbauen können, das zuvor geschaffen wurde. Japanisch ist syntaktisch viel
konsistenter als Deutsch. Wenn man die schwierigsten Konjugations-Regeln gelernt hat, gehorcht die restliche Grammik denselben oder ähnlichen Regeln. Die einzige Schwierigkeit von diesem Punkt an ist, sich die ganzen verschiedenen Ausdrücke und deren Kombinationen zu merken und
richtig einzuordnen, um sie dann in der passenden Situation verwenden zu können.
※ Bevor du beginnst, beachte bitte, dass Halbklammern wie diese 「」 die japanische Version der Anführungszeichen sind.
Was wird in diesem Leitfaden nicht behandelt?
Bei der Entscheidung darüber, was in diesem Leitfaden behandelt werden soll, war das wichtigste Prinzip zu fragen "Was kann nicht in einem Wörterbuch nachgeschlagen werden?" oder "Was wird in einem Wörterbuch nur schlecht erklärt?" Während der Arbeit an diesem Leitfaden wurde bald klar, dass es nicht möglich ist, die besonderen Eigenschaften jedes einzelne Wortes zu diskutieren, das sich schlecht ins Deutsche übersetzen lässt (Ich versuchte, eine Vokabel-Liste zu erstellen, was ich aber bald aufgab). Gelegentlich wird auf die Eigenschaften eines bestimmten Worts näher eingegangen, wenn es in den Zusammenhang passt, und wenn die betreffende Eigenschaft außergewöhnlich genug ist. Im Allgemeinen wird es dem Leser überlassen, die Nuancen der einzelnen Worte zu erlernen. Beispielsweise wird nicht erwähnt, dass das Wort für "hoch" sowohl "hoch" als auch "teuer" bedeuten kann, oder das "schmutzig" auch für "verschlagen" oder "unfair", nicht aber für "sexuell abartig" verwendet werden kann. Das edict Wörterbuch, das hier
(Spiegel-Server sind ebenfalls verfügbar) zu finden ist, ist ein umfassendes Wörterbuch, dass nicht nur mehr Einträge als die normalen gedruckten enthält, sondern oft auch Beispielsätze. Es kann viel besser beim Vokabel-Lernen helfen, als ich es jemals könnte. Ich schlage vor, kein Geld in ein Japanisch-Englisch/Englisch-Japanisch-Buch zu investieren, da die meisten Bücher auf dem US-Markt geradezu schmerzhaft unzureichend sind [das gilt entsprechend auch für Deutschland - dg] (Hey, EDict ist frei, und es ist besser! Erinnert das jemand an Open Source?)
Ratschläge
Falls ich zum Japanisch-Lernen einen Rat geben darf: Wenn du merkst, dass du herauszufinden versuchst, wie man einen deutschen Gedanken auf Japanisch ausdrückt, spare dir den Ärger und lass es sein, weil du fast sicher falsch liegen wirst. Denke immer daran: Wenn du nicht schon von vornherein weißt, wie du etwas zu sagen hast, dann weißt du nicht, wie man es sagt. Wenn möglich, frage stattdessen lieber jemanden, wie es auf Japanisch heißt, einschließlich einer kompletten Erklärung der Verwendung, und dann beginne vom Japanischen aus zu üben. Sprache ist kein Mathe-Problem: Man braucht die Antwort nicht selbst zu finden. Wenn du von der Antwort her lernst, gewöhnst du dir damit eine gute Eigenschaft an, die dir hilft, korrekte und natürliche japanische Sätze zu bilden.
Aus diesem Grund glaube ich fest an das "Lernen durch Beispiel". Beispiele und Erfahrung werden deine wichtigsten Werkzeuge zur Beherrschung des Japanischen sein. Wenn man etwas beim ersten Mal nicht komplett richtig hinbekommt, sollte man deshalb erst einmal mit etwas anderem fortfahren, und auf diesen Punkt zurückkommen, sobald man mehr Beispiele dazu sieht. Dadurch bekommt man ein besseres Gefühl dafür, wie etwas in verschiedenen Situationen verwendet wird. Dummerweise kostete es viel Zeit, Beispiele zu schreiben, und man kommt nur langsam voran
(Ich gebe mein Bestes!). Aber glücklicherweise ist Japanisch überall, besonders im Internet.
Ich empfehle, soviel wie möglich Japanisch zu üben, und nur dann den Leitfaden zu Rate zu ziehen, wenn man die verwendete Grammatik nicht versteht. Im Internet gibt es eine Menge unterschiedlichen Lesestoffs, wie Webseiten, Foren und Online-Chats. Japanische Bücher und Comics sind ebenfalls ein ausgezeichneter (und spaßiger) Weg, um sein Vokubular zu bereichern und das Lesen zu trainieren. Weiterhin denke ich, dass es unmöglich ist, korrekte Aussprache und verstehendes Hören ohne ein Vorbild zu erlernen. Es ist ein Muss, Hören und Sprechen mit einer fließend japanisch sprechenden Personen zu üben, wenn man die Fähigkeit zur Konversation erlangen will. Auch wenn man viel durch Hörmaterial wie Bänder und Fernsehen lernen kann, gibt es nichts besseres als einen Menschen aus Fleisch und Blut, mit dem man Aussprache, Betonung und den natürlichen Gesprächsfluß trainieren kann. Wenn du spezifische Fragen zu Themen hast, die nicht in diesem Leitfaden behandelt werden, kannst du diese im
Japanese grammar guide forum stellen.
Lass dich nicht entmutigen von dem riesigen Berg von Stoff, den du bewältigen musst.
Denke immer daran: Jedes neue Wort und jede neue Regel, die du lernst, sind ein weiterer Schritt hin zur Beherrschung der Sprache!
System-Voraussetzungen
Weil Japanisch in Japanisch geschrieben wird (so wie es sein sollte, und NICHT in Romaji), muss dein Browser in der Lage sein, die japanische Schrift darzustellen. Wenn 「こんにちは」 nicht so aussieht wie
(bis auf Unterschiede zwischen den Schriftarten), musst du entweder die japanische Sprachunterstützung installieren oder einen Translation Gateway [ein Art "Online-Konvertierungs-Service"] in Anspruch nehmen. Für Verweise zu Anleitungen bzw. zu einem Service, siehe unten.
Weiterhin solltest du sicherstellen, dass du einen aktuellen Browser verwendest, um in den Genuss der Vorteile von Stylesheets (CSS) zu kommen.
Ich empfehle Firefox.
Mach dir keine Gedanken darüber, dass du die ganzen Kanji und Vokabeln per Hand nachschlagen musst. Du brauchst nur das WWWJDIC zu öffnen und kannst dann alle Beispiele einfach über die Zwischenablage kopieren, um so einfach und schnell die meisten Worte übersetzen zu lassen.
Das gesamte hier präsentierte Material wurde von mir erstellt, mit Ausnahme der üblichen Terminologie und wenn es explizit angegeben ist.
Ich hoffe, dass du soviel Spaß mit dem Leitfaden hast, wie ich beim Schreiben hatte [und ich beim Übersetzen - dg]. Ohne Frage war es frustrierend und zeitintensiv, aber dennoch auf seltsame Weise vermischt mit einem starken Gefühl der Befriedigung.
Es gibt bestimmt (viele) kleine Ungenauigkeiten und Rechtschreibfehler, besonders, weil ich alles mit ed geschrieben habe. Nee, das war nur ein Scherz ('Tschuldigung, Insider-Witz).
Ich habe alles mit Notepad geschrieben, der keine Rechtschreibprüfung besitzt, deshalb entschuldige bitte die vielen Rechtschreibfehler! Für Meinungen, Korrekturen oder Vorschläge gibt es das Japanese Grammar Guide Forum.
Gut, kein Gerede mehr. Frohes Lernen!
-Tae Kim
Diese Seite wurde zuletzt durchgesehen 2005/6/8
Feedback von e-Mail auf Forum umgestellt (2005/6/8)
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/9/18
Das japanische Schriftsystem
Japanisch (n): Des Teufels eigene Zunge, geschaffen um die Verbreitung des Christentums zu vereiteln
Die Alphabete
Die japanische Schrift benutzt zwei Alphabete (oder Kana), nämlich Hiragana und Katakana. Beide dienen zur Darstellung ein und desselben Laut-Vorrats der Sprache. Hiragana und Katakana bestehen jeweils aus knapp 50 "Buchstaben", bei denen es sich um vereinfachte chinesische Zeichen handelt, die angepaßt wurden, um daraus eine Silbenschrift zu bilden.
Chinesische Zeichen, in Japan Kanji genannt, werden ebenfalls sehr viel in der japanischen Schrift benutzt.
Die meisten Worte des japanischen Schriftsystems werden in Kanji geschrieben (Substantive, Verben und Adjektive). Es existieren über 40.000 Kanji, wobei aber schon 2.000 Kanji über 95% der tatsächlich in heutigen Texten verwendeten Kanji ausmachen.
Da es im Japanischen keine Leerzeichen gibt, sind die Kanji notwendig, um die einzelnen Worte im Satz voneinander trennen zu können. Die Verwendung der Kanji ist ebenfalls nützlich, um Homophone (gleichlautende Worte mit unterschiedlicher Bedeutung), die wegen des begrenzten japanischen Laut-Vorrats ziemlich oft auftreten, voneinander unterscheiden zu können.
Hiragana wird hauptsächlich für grammatikalische Zwecke genutzt. Wir sehen das, wenn wir uns mit den Partikeln beschäftigen. Worte mit extrem schwierigen oder seltenen Kanji, umgangssprachliche Ausdrücke und lautmalerische Worte (Onomatopoeie) werden ebenfalls mit Hiragana geschrieben. Es wird auch häufig in Texten für frischgebackene Japanisch-Studenten und Kinder anstelle der Kanji verwendet, die sie noch nicht kennen.
Katakana steht zwar für die gleichen Laute wie Hiragana, wird aber hauptsächlich zur Wiedergabe neuer, aus westlichen Ländern importierter Wörter verwendet (da es keine Kanji für Wörter gibt, die auf dem lateinischen Alphabet basieren).
Die nächsten drei Kapitel behandeln Hiragana, Katakana und Kanji.
Betonung
Wie im nächsten Kapitel ausgeführt, entspricht jeder Buchstabe in Hiragana (und Katakana) einer [Konsonant + Vokal] Silbe
mit der einzigen Ausnahme des 「ん」 bzw. 「ン」 (mehr dazu später). In diesem Lautsystem ist die Aussprache einzelner
Buchstaben absolut eindeutig, ohne jede Ausnahme. Aus der einfachen Struktur des Silbensystems kann allerdings nicht geschlossen werden, dass die Aussprache im Japanischen einfach wäre. Stattdessen kommt es gerade wegen der strengen Silbenstruktur zu einem Problem mit der Betonung, anstelle der Schwierigkeiten, mit denen Sprachen mit getrennter Schreibung von Konsonanten und Vokalen (wie dem Englischen) zu kämpfen haben.
Die richtige Betonung durch hohe und niedrige Tonhöhen hat beim Sprechen eine entscheidende Bedeutung. Zum Beispiel können Homophone einen unterschiedlichen Tonhöhen-Verlauf besitzen, wodurch die Worte ein wenig unterschiedlich klingen, obwohl sie mit den gleichen Buchstaben geschrieben werden. Das größte Hindernis auf dem Weg zu einer richtigen und natürlich klingenden Sprache ist die falsche Betonung. Viele Studenten sprechen ohne Rücksicht auf den richtigen Tonhöhen-Verlauf, so dass ihre Sprache unnatürlich klingt (der klassische Ausländer-Akzent). Es ist kaum möglich, sich die Tonhöhen einzuprägen oder logische Regeln dafür aufzustellen, vor allem, weil sie sich je nach Situation oder Dialekt unterscheiden. Der einzig gangbare Weg zur Aneignung eines generelles Gefühls für Tonhöhen ist die Nachahmung japanischer Muttersprachler, indem man ihnen aufmerksam zuhört und selber übt.
In diesem Teil behandelte Kapitel
Hiragana - Die grundlegende japanische Silbenschrift. Es wird vor allem für grammatikalische Zwecke eingesetzt. Hiragana kann auch verwendet werden, um die Aussprache seltener oder abgeschaffter Kanji anzugeben, oder als genereller Ersatz. Das Kapitel behandelt alle Buchstaben des Hiragana.
Katakana - Eine Silbenschrift, die vorwiegend zur Kennzeichnung von ausländischen Worten verwendet wird, denen keine Kanji zugeordnet sind. Das Kapitel behandelt alle Buchstaben des Katakana.
Kanji - Eine Anpassung des chinesischen Schriftsystems für das Japanische. Dieses Kapitel
erläutert die grundlegenden Eigenschaften der Kanji sowie einige Strategien zum (richtigen) Kanji-Lernen.
Diese Seite wurde zuletzt durchgesehen 2004/11/24
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/22
Hiragana ist die grundlegende japanische Silbenschrift und enthält alle Laute der japanischen Sprache.
Deshalb könnte man theoretisch alles in Hiragana schreiben. Da aber Japanisch ohne Leerzeichen geschrieben wird, würde dies zu einem kaum zu entziffernden Text führen.
Es folgt eine Tabelle des Hiragana und ähnlich klingender deutscher Konsonant-Vokal Kombinationen. Die Tabelle liest sich von oben nach unten und von rechts nach links, wie auch die meisten japanischen Bücher. Im Japanischen ist es wichtig, die Striche in der richtigen Reihenfolge und Richtung zu schreiben, besonders bei den Kanji. Weil sich die Handschrift etwas von den Druckbuchstaben unterscheidet (genauso wie das 'a' völlig anders aussieht, wenn es gedruckt wird), brauchst man ein Hilfsmittel wie eine Webseite oder ein Lehrbuch, mit dem man lernen kann, wie man die Buchstaben per Hand schreibt. Ich möchte auch darauf hinweisen, wie wichtig es ist, für jeden Laut die richtige Aussprache zu lernen. Da sich jedes japanische Wort aus diesen Silben zusammensetzt, kann das Grundgerüst, auf dem deine gesamte Aussprache aufbaut, durch das fehlerhafte Lernen einer Silbe ernsthaften Schaden nehmen.
Hiragana-Tabelle 1
n
w
r
y
m
h
n
t
s
k
ん
わ
ら
や
ま
は
な
た
さ
か
あ
a
ゐ*
り
み
ひ
に
ち (chi)
し (shi)
き
い
i
る
ゆ
む
ふ (fu)
ぬ
つ (tsu)
す
く
う
u
ゑ*
れ
め
へ
ね
て
せ
け
え
e
を
ろ
よ
も
ほ
の
と
そ
こ
お
o
* = veraltet (nicht läger verwendet)
Hiragana ist nicht schwer zu lernen oder zu lehren, und aus diesem Grund gibt es dafür auch eine Vielzahl von Webseiten und freien Programmen, die im Internet verfügbar sind. Ich empfehle nachdrücklich, diese Webseite zu besuchen, um sich die richtige
Aussprache für alle Laute anzuhören. Die relevanten Kapitel sind 2.1 bis 2.11. Weiterhin schlage ich vor, deine eigene Stimme aufzunehmen und mit den Aufnahmen dort zu vergleichen, um sicherzustellen, dass du keine Fehler machst.
Wenn man lernen will, Hiragana per Hand zu schreiben, muss man unbedingt beachten, dass Strichfolge und -richtung wichtig sind. Deshalb habe ich es unterstrichen, schräg gestellt, fett geschrieben und auch noch farbig hervorgehoben. Vertraue mir, du wirst noch herausfinden, wieso: Dann nämlich, wenn du die hastigen Notizen von anderen Leuten entziffern musst, bei denen die Buchstaben so aussehen wie ein paar Vogelspuren. Das einzige, was dir dann hilft, ist die Tatsache, dass jeder in der gleichen Reihenfolge schreibt,
und deshalb der "Fluß" der Buchstaben einigermaßen konsistent ist. Ich empfehle deshalb nachdrücklich, dass du schon beim Hiragana von Anfang an genau auf die richtige Strichfolge achtest, damit sich keine schlechten Gewohnheiten einschleichen. Besuche diese Webseite, um dir kleine Strichfolgen-Animationen anzusehen, und danach zu üben.
※ Übrigens: Früher wurde oft ein altes japanisches Gedicht namens 「いろは」 verwendet, um das Hiragana-Alphabet zu ordnen. Dieses Gedicht enthält jeden einzelnen Buchstaben des Hiragana mit Ausnahme des 「ん」, das es wahrscheinlich noch nicht gab, als es geschrieben wurde. Du kannst in diesem Wikipedia Artikel mehr darüber erfahren. Wie dort erwähnt wird, verwendet man es immer noch hin und wieder zum Ordnen von Listen, also lohnt es sich eventuell, sich kurz damit zu befassen.
Anmerkungen
Die Umschrift der Konsonanten basiert auf dem Englischen. Da man obiges System international zur Transkription (sowie zur Eingabe von Hiragana mit westlichen Tastaturen) verwendet, macht ein "Eindeutschen" keinen Sinn, sondern man sollte es so lernen, wie es ist. Hier die Hinweise zur deutschen Aussprache: Das / s / ist stimmlos wie in "Gras". Das / y / entspricht unserem "j", also wird / ya / wie "ja" ausgesprochen. Weiterhin wird / shi / als "schi" und / chi / als "tschi" gesprochen. Das / n / wird vor einem b, p oder m wie "m" gesprochen [dg]
Mit Ausnahme von 「し」、「ち」、「つ」、und 「ん」 kann man eine ungefähre Idee für die Aussprache der einzelnen Buchstaben bekommen, wenn man den Konsonanten in der ersten Zeile mit dem Vokal in der rechten Spalte kombiniert. Zum Beispiel wird 「き」 zu / ki / und 「ゆ」 zu / yu / usw.
Auf dieser Webseite kann man sich die Aussprache aller Hiragana-Buchstaben anhören. Die relevanten Kapitel sind 2.1 bis 2.11.
Wie man leicht sieht, stimmen nicht alle Silben mit unserem Konsonanten-Schema überein. Wie in der Tabelle angegeben, wird z. B. 「ち」 als "chi" [deutsch "tschi"] ausgesprochen und 「つ」 als "tsu".
Der / r / oder / l / -Laut im Japanischen unterscheidet sich stark von allen Lauten im Deutschen. Er enthält eine Art "rollen" und bricht plötzlich ab, wenn die Zunge den Gaumen berührt. Achte also besonders auf die gesamte r-Spalte.
Man beachte den Unterschied zwischen / tsu / und / su /.
Der Buchstabe 「ん」 ist ein Sonderfall, weil er so gut wie nie allein verwendet wird und keinen Vokal enthält.
Er wird an andere Buchstaben angehängt, um einen / n / Laut hinzuzufügen. Beispielsweise wird 「かん」 "kan" anstatt "ka", 「まん」 wird "man" anstatt "ma" usw.
Du musst die richte Strichfolge und -richtung lernen! Gehe zum Üben auf diese
Webseite.
Die getrübten Laute
Wenn du alle Buchstaben des Hiragana-Alphabets gelernt hast, bist du zwar mit dem Alphabet fertig, aber noch nicht mit den Lauten. Es gibt noch fünf weitere zulässige Konsonanten, die entweder durch Anfügen von zwei kleinen Strichen namens dakuten (濁点), die einem Anführungszeichen ähneln , oder einem kleinen Kringel, der handakuten (半濁点) heißt, gekennzeichnet werden.
Dadurch werden die "getrübten" oder weichen Versionen der Konsonanten erzeugt (technisch gesehen werden handelt es sich um stimmhafte Konsonanten oder 「濁り」, was wörtlich übersetzt "trübe werden" heißt).
In der folgenden Tabelle sind alle zulässigen Kombinationen von Silben mit getrübten Konsonanten aufgeführt.
Silben mit getrübten Konsonanten
p
b
d
z
g
ぱ
ば
だ
ざ
が
a
ぴ
び
ぢ (ji)
じ (ji)
ぎ
i
ぷ
ぶ
づ (dzu)
ず
ぐ
u
ぺ
べ
で
ぜ
げ
e
ぽ
ぼ
ど
ぞ
ご
o
Anmerkungen
Wieder gilt, dass sich die Umschrift der Konsonanten
an der englischen Aussprache orientiert. Das / z / entspricht unserem stimmhaften "s", so dass z.B. / za / wie in "Sahne" klingt. Das / ji / wird wie in "Jeans" ausgesprochen. [dg]
Gehe erneut zu dieser Webseite, um dir die neuen Laute anzuhören. Die wichtigen Stellen sind am Ende der Kapitel 2.2, 2.3, 2.4, und 2.6.
Beachte, dass 「ぢ」 genauso klingt wie 「じ」 und beide als / ji / ausgesprochen werden, während 「づ」 wie / dzu / ausgesprochen wird.
Das kleine 「や」、「ゆ」und 「よ」
Man kannt auch einen Konsonanten mit einem / ya / yu / yo / -Laut kombinieren, indem man ein kleines 「や」、「ゆ」oder 「よ」 an die entsprechende Silbe mit dem / i / -Vokal anhängt.
Alle zulässigen Kombinationen mit dem kleinen や、ゆ und よ
p
b
j
g
r
m
h
n
c
s
k
ぴゃ
びゃ
じゃ
ぎゃ
りゃ
みゃ
ひゃ
にゃ
ちゃ
しゃ
きゃ
ya
ぴゅ
びゅ
じゅ
ぎゅ
りゅ
みゅ
ひゅ
にゅ
ちゅ
しゅ
きゅ
yu
ぴょ
びょ
じょ
ぎょ
りょ
みょ
ひょ
にょ
ちょ
しょ
きょ
yo
Anmerkungen
Die obige Tabelle funktionert wie die anderen zuvor: Man kombiniert den oben stehenden Konsonanten mit dem Vokal auf der rechten Seite, z.B.: きゃ = kya.
Gehe wieder zu dieser Webseite, um die neuen Laute zu hören. Der Autor hat sich entschlossen, dort auch 「ぢゃ」、「ぢゅ」 und 「ぢょ」 aufzuführen, allerdings werden diese Kombinationen nie benutzt, sondern 「じゃ」、「じゅ」und 「じょ」.
Man beachte weiterhin, dass 「じ」 als / ji / ausgesprochen wird, und deshalb die Kombinationen mit den kleinen 「や」、「ゆ」、「よ」 ebenfalls darauf basieren, und somit / jya / jyu / jyo / lauten.
Das Gleiche gilt für 「ち」, das zu / cha / chu / cho / , sowie für「し」, das zu / sha / shu / sho / wird. (Obwohl man einwenden könnte, dass man sie sich auch als / sya / syu / syo / vorstellen kann.)
Das kleine 「つ」
Ein kleines 「つ」 wird zwischen zwei Buchstaben eingefügt, um den Konsonanten der zweiten Silbe zusätzlich an das Ende der ersten Silbe zu hängen. Wenn man z. B. ein kleines 「つ」 zwischen 「び」 und 「く」 einfügt, um 「びっく」 zu erhalten, wird der / k / -Konsonant zusätzlich an das Ende der ersten Silbe gehängt, was dann zur Aussprache "bikku" führt. Genauso wird 「はっぱ」 zu "happa", 「ろっく」 zu "rokku" usw. Ich habe eine einfache Wave-Datei erstellt, um den Unterschied zwischen 「もと」 und 「もっと」zu demonstrieren. Falls es dich interessiert: Beides sind tatsächlich Wörter, und beide haben unterschiedliche Bedeutungen.
Zusammenfassung
Ein kleines 「つ」 wird verwendet, um den Konsonanten der zweiten Silbe zusätzlich an die erste Silbe anzuhängen. Beispiel: 「がっき」 = "gakki".
Lade diese Wave-Datei herunter, um den Unterschied zwischen 「もと」 und 「もっと」zu hören.
Das Anhängen eines anderes Konsonanten führt in den allermeisten Fällen zu einem charakterischen "Abschneide"-Laut. Man achte aber darauf, den richtigen Konsonanten abzuschneiden (den Konsonanten der zweiten Silbe).
Lange Vokale
Puh! Du hast es fast geschafft! Im letzten Abschnitt beschäftigen wir uns mit langen Vokale, wobei einfach der Vokal einer Silbe verlängert wird. Ein Vokal kann verlängert werden, in dem man einfach den entsprechenden Buchstaben 「あ」、「い」 oder 「う」 anhängt, wie es die folgende Tabelle zeigt.
Lange Vokale
Vokal
verlängert durch
/ a /
あ
/ i / e /
い
/ u / o /
う
Wenn man beispielsweise einen langen Vokal für die Silbe「か」notieren will, braucht man nur 「あ」 anzuhängen, was dan 「かあ」ergibt.
Andere Beispiele sind: 「き → きい」, 「く → くう」, 「け → けい」, 「こ → こう」, 「さ → さあ」 usw. Der Grund für diese Regel ist recht einfach: Versuche 「か」 und 「あ」 einzeln zu sprechen. Dann spreche sie immer schneller und schneller hintereinander. Schon bald wirst du merken, dass es so klingt, als ob das / ka / einfach länger gezogen wird als wenn man / ka / alleine spricht. Du kannst das auch mit anderen Silben probieren, wenn du willst. Im Prinzip werden zwei Buchstaben mit "verwischten Rändern" ausgesprochen. Man braucht noch nicht einmal bewußt darüber nachzudenken, um den korrekten Laut zu bekommen, wenn man nur die Buchstaben schnell genug hintereinander spricht. Insbesondere kann zwar / ei / als langer Vokal angesehen werden, ich bin aber der Meinung, die Aussprache ist besser, wenn man einfach / e / und / i / direkt hintereinander spricht.
Es ist wichtig, die langen Vokale auch lange genug zu halten, denn sonst sagst du Sachen wie
"hier" (ここ) anstatt "Oberschule" (こうこう) oder "Frau mittleren Alters" (おばさん) anstatt "Großmutter" (おばあさん)!
Es gibt ein paar seltene Ausnahmen, wo ein / e / -Vokal mit einem「え」 oder ein / o / -Vokal mit einem「お」verlängert wird. Einige Beispiele sind 「おねえさん」、「おおい」 und 「おおきい」. Achte sorgfältig auf diese Ausnahmen, es sind nicht viele.
Diese Seite wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/3
Referenz zu「いろは」eingefügt (2005/8/3)
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/23
Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es viele Webseiten und Hilfsprogramme, um Hiragana zu lernen.
Trotzdem habe ich aus Gründen der Vollständigkeit ein paar eigene Übungen zusammengestellt.
Die veralteten Zeichen wurden weggelassen, da du sie nicht kennen musst. Ich schlage vor,
mit der Tabelle und einem Schmierblatt herumzuspielen, um dein Hiragana-Wissen zu testen.
Klicke auf die flip -Verweise, um die einzelnen Buchstaben anzuzeigen oder auszublenden.
In diesem Abschnitt wollen wir üben, ein paar Worte in Hiragana zu schreiben. Dies ist die einzige Stelle in diesem Leitfaden, wo das lateinische Alphabet verwendet wird, um japanische Laute wiederzugeben. Ich habe Trennstriche zwischen den Buchstaben eingefügt, um Zweideutigkeiten zu vermeiden, die bei der Benutzung von Romaji (Umschrift mit lateinischen Buchstaben) auftreten können, wie etwa "un | yo" und "u | nyo". Beschäftige dich nicht zu sehr mit der Schreibung in Romaji. Denke daran, dass der Sinn der Übung ist, dein akustisches
Gedächtnis in Bezug auf Hiragana zu testen. Ich hoffe, dass ich hier in Zukunft Sprachaufnahmen verwenden kann, um jede Benutzung von Romaji zu vermeiden.
Wir setzen die Hiragana Schreibübungen mit den kleinen 「や」、「ゆ」、「よ」 und den langen Vokalen fort. Dem Sinn der Übung entsprechend habe ich lange Vokale durch "-" notiert, um es dem Leser zu überlassen, herauszufinden, welcher Hiragana-Buchstaben (abhängig von der vorherigen Silbe) benutzt werden muss.
Nun wollen wir üben, Hiragana zu lesen. Ich möchte mich dabei besonders auf die korrekte Wiedergabe des kleinen「つ」 (durch richtige Übernahme des nachfolgenden Konsonanten) konzentrieren. Denke daran, dich nicht zu sehr mit den unvermeidbaren Inkonsistenzen des Romaji aufzuhalten. Das Ziel der Übung ist zu testen, ob du herausfinden kannst, wie das Wort klingen muss.
Wie zuvor erwähnt, wird Katakana hauptsächlich für Worte verwendet, die aus dem Ausland importiert wurden. Es wird auch benutzt, um die Aussprache von Kanji in anderen Sprachen wie Chinesisch oder Koreanisch anzugeben. Weiterhin kann es (so ähnlich wie Kursivschrift) zur Hervorhebung bestimmter Wörter dienen. Katakana entspricht den gleichen Silben wie Hiragana, wobei natürlich alle Buchstaben anders aussehen. Weil sich Fremdwörter ebenfalls in das Schema der [Konsonant + Vokal] – Kombinationen einfügen müssen, unterliegen sie teilweise radikalen Veränderungen, so dass Englisch-Sprecher manchmal Worte nicht verstehen können, die aus dem Englischen abgeleitet wurden! Als Folge ist der Gebrauch von Katakana ziemlich schwierig für englischsprachige Personen, weil sie erwarten, dass englische Worte klingen... nun... wie Englisch.
Es ist demnach besser, das englische Original komplett zu vergessen, und das Wort als eigenständigen, japanischen Begriff aufzufassen. Andernfalls kann man in die Gewohnheit verfallen, englische Worte mit englischer Aussprache zu benutzen (woraufhin es Glückssache ist, ob ein Japaner versteht, was man gerade gesagt hat, oder nicht).
[Es wurden auch ein paar deutsche Begriffe ins Japanische übernommen, aber der Löwenanteil der Fremdwörter ist chinesischen und englischen Ursprungs. D.G.]
Katakana-Tabelle
n
w
r
y
m
h
n
t
s
k
ン
ワ
ラ
ヤ
マ
ハ
ナ
タ
サ
カ
ア
a
ヰ*
リ
ミ
ヒ
ニ
チ
シ
キ
イ
i
ル
ユ
ム
フ
ヌ
ツ
ス
ク
ウ
u
ヱ*
レ
メ
ヘ
ネ
テ
セ
ケ
エ
e
ヲ*
ロ
ヨ
モ
ホ
ノ
ト
ソ
コ
オ
o
* = veraltet oder unnötig
Katakana ist deutlich schwieriger zu lernen als Hiragana, weil es nur für bestimmte Worte verwendet wird, und man deshalb nie soviel Übung hat wie mit Hiragana. Um die richtige Strichfolge zu lernen (und ja, du musst sie können), empfehle ich die gleiche Webseite wie zuvor, nur diesmal für Katakana.
Da es im Japanischen keine Leerzeichen gibt, wird manchmal das Zeichen 「・」 benutzt, um Leerzeichen darzustellen, wie z.B.「ロック・アンド・ロール」 für "Rock and Roll".
Es gibt keine Vorschrift, wann dieses Zeichen zu benutzen ist, und manchmal wird es überhaupt nicht verwendet.
Anmerkungen
Alle Laute klingen genau so wie in Hiragana.
Wie wir bald sehen, wird 「を」 nur als Partikel benutzt, und da Partikel immer in Hiragana geschrieben werden, brauchst du das Zeichen 「ヲ」 nicht und kannst es deshalb schlicht und einfach ignorieren.
Die vier Zeichen 「シ」、「ン」、「ツ」 und 「ソ」 sehen sich alle teuflisch ähnlich.
Der Hauptunterschied ist, dass die ersten beiden "waagerechter" sind als die letzten beiden. Die kleinen Striche sind horizontaler, und die lange Linie wird in einer Kurve von unten nach oben gezeichnet. Die beiden anderen haben fast senkrechte Strichelchen, und die lange Linie ist nicht so gebogen, da sie von oben nach unten gezeichnet wird. Sie sieht mehr ein Schrägstrich aus, während die erste mehr einem Bogen ähnelt. Diese Buchstaben sind schwer zu unterscheiden und erfordern einige Geduld und Training.
Die Buchstaben 「ノ」、「メ」 und 「ヌ」 erfordern ebenfalls besondere Aufmerksamkeit, genauso wie 「フ」、「ワ」 und 「ウ」.
Ja, sie sehen alle ziemlich gleich aus. Nein, ich kann nichts dagegen tun.
Du musst die richtige Strichfolge und -richtung lernen! Besuche diese
Webseite, um sie zu lernen.
Manchmal wird 「・」 benutzt, um eine Stelle zu markieren, an der im Deutschen ein Leerzeichen stehen würde.
Lange Vokale
Alles funktionert genau so wie in Hiragana, man muss nur die entsprechenden Katakana-Buchstaben einsetzen. Allerdings ist eine Kleinigkeit anders: Die Schreibung langer Vokale wurde in Katakana radikal vereinfacht. Anstatt im Dreieck zu springen während man über den richtigen Vokal grübelt, werden alle langen Vokale mit einem einfachen Strich gekennzeichnet: ー.
Zusammenfassung
Alle langen Vokale in Katakana werden durch einen Strich markiert. Zum Beispiel wird "cute" [niedlich, schlau] in Katakana so geschrieben: 「キュート」.
Das kleine 「あ、い、う、え、お」
Wegen des begrenzten Lautvorrats in Hiragana wurden im Laufe der Jahre neue Kombinationen abgeleitet, die auch diejenigen Silben berücksichtigten, die nicht im normalen Japanisch vorkommen. Sehr schwerwiegend war das Fehlen des / ti / di / -Lautes (wegen den / chi / tsu / -Lauten) und das Fehlen der Silben mit / f / -Konsonant, mit Ausnahme von「ふ」. Die Silben mit / sh / j / ch / -Konsonanten fehlten für den / e / -Vokal. Man entschied sich, diese Defizite durch Anhängen verkleinerter Versionen der fünf Vokale zu beheben. Dies wurde auch beim / w / -Konsonanten gemacht, um die Stellen der veralteten Buchstaben neu zu besetzen. Zusätzlich gibt es die Konvention, kleinen Doppelstriche an den Vokalen zu benutzen, um das / v / darzustellen, doch diese Schreibweise wird selten benutzt, wahrscheinlich, weil die Japaner immer noch Probleme haben, das / v / auszusprechen. Beispielsweise könnte man vermuten, dass "volume" [Lautstärke, Volumen] mit einem / v / -Laut geschrieben wird, aber die Japaner haben sich für das leichter auszusprechende "bolume" (ボリューム) entschieden. In der gleichen Art wird "Vodka" als "wokka" (ウォッカ) und nicht 「ヴォッカ」 geschrieben. Man kann "violin" [Geige] entweder 「バイオリン」 oder 「ヴァイオリン」 schreiben. Es spielt wirklich keine große Rolle, weil die meisten Japaner es sowieso mit einem / b / aussprechen. In der folgenden Tabelle sind die fehlenden, neu hinzugefügten Laute farbig markiert. Bereits vorhandende Laute werden wie üblich benutzt.
Zusätzliche Laute
v
w
f
ch
d
t
j
sh
ヴァ
ワ
ファ
チャ
ダ
タ
ジャ
シャ
a
ヴィ
ウィ
フィ
チ
ディ
ティ
ジ
シ
i
ヴ
ウ
フ
チュ
ドゥ
トゥ
ジュ
シュ
u
ヴェ
ウェ
フェ
チェ
デ
テ
ジェ
シェ
e
ヴォ
ウォ
フォ
チョ
ド
ト
ジョ
ショ
o
Anmerkungen
Man beachte, dass es keinen / wu / -Laut gibt. Zum Beispiel wird "woman" [Frau] in Katakana als "u-man" (ウーマン) geschrieben.
Obwohl man den / tu / -Laut (wie in "tun") anhand der angegebenen Regeln als 「トゥ」 schreiben kann, wurde für Worte, die schon vor der Verfügbarkeit der neuen Silben populär waren,
einfach ein / tsu / benutzt. Zum Beispiel ist "tool" [Werkzeug] immer noch 「ツール」 und "Tour" ist entsprechend 「ツアー」.
In der guten alten Zeit, ohne diese neuen Laute, hatte man keine andere Wahl, als die Buchstaben zu
nehmen, die in der regulären Tabelle standen, ohne Rücksicht auf die wirkliche Aussprache. An Gebäuden [engl. "building"] kann man immer noch「ビルヂング」 anstelle der neuen Schreibweise 「ビルディング」 sehen. Zufällig ist das der Fall beim alten Shin-Maru-Gebäude, dass sich gegenüber dem Tokyoter Bahnhof befindet und wo ich arbeite. Es wird allerdings bald abgerissen und komplett neu gebaut, so dass wir bald umziehen müssen. Ironischerweise enthält das Wort Shin-Maru (新丸) das Zeichen für "neu" (das ursprüngliche wurde neu gebaut und ist jetzt neuer).
Einige Beispielwörter in Katakana
Englische Wörter ins Japanische zu übertragen ist ein Kunststück, das genügend Übung und etwas Glück erfordert. Um einen Eindruck zu vermitteln, wie englische Wörter "japanifiziert" werden, gebe ich hier ein paar Beispiele in Katana an. Manchmal basieren die Katakana-Wörter nicht einmal auf korrektem Englisch, oder sie haben abweichende Bedeutungen. Selbstverständlich sind nicht alle Wörter in Katakana aus dem Englischen übernommen.
Beispielworte in Katakana
Englisch
Deutsch
Japanisch
America
Amerika
アメリカ
Russia
Russland
ロシア
cheating
mogeln
カンニング (cunning)
tour
Tour
ツアー
company employee
Firmen-Mitarbeiter
サラリーマン (salary man)
Mozart
Mozart
モーツァルト
car horn
Autohupe
クラクション (klaxon)
sofa
Sofa
ソファ or ソファー
Halloween
Halloween
ハロウィーン
French fries
Pommes Frittes
フライドポテト (fried potato)
Diese Seite wurde zuletzt durchgesehen 2005/3/21
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/23
Hier wollen wir üben, ein paar Katakana-Worte in Katakana (worin auch sonst?) zu schreiben. Und zusätzlich kannst du einen ersten Eindruck davon bekommen, wie Fremdwörter auf Japanisch klingen.
Nun wollen wir ein noch ein paar weitere Katakana-Wörter schreiben. Diesmal sind auch die zusätzlichen Silben enthalten, die es in Hiragana nicht gibt.
Nur so zum Spaß wollen wir einmal probieren, die Katakana-Übertragung für einige englische Wörter herauszubekommen. Ich habe ein paar übliche Vorgehensweisen aufgeführt, die aber nur grobe Anhaltspunkte darstellen und nicht für alle Worte zutreffen.
Wie du bereits weißt, bestehen Japanische Silben immer aus Konsonant+Vokal-Paaren, und deshalb verursacht jedes englische Wort, das von diesem Muster abweicht, Probleme. Die einzige unproblematische Kombination ist Konsonant+Vokal+n (using 「ン」). Hier sind ein paar Übertragungs-Trends, die dir vielleicht schon aufgefallen sind.
Wenn du "Lost in Translation" gesehen hast, weißt du, daß / l / und / r / nicht voneinander zu unterscheiden sind.
(1) Ready [bereit] -> レディ
(2) Lady -> レディ
If you have more than one vowel in a row or a vowel sound that ends in / r /, it usually becomes a long vowel sound.
Any word that ends in a consonant sound requires another vowel to complete the consonant-vowel pattern. (Except for "n" and "m" for which we have 「ン」)
For "t" and "d", it's usually "o". For everything else, it's usually "u".
(1) Good [Gut] -> グッド
(2) Top [Spitze] -> トップ
(3) Jack -> ジャック
Im Japanischen werden fast alle Substantive sowie Adjektiv- und Verbstämme mit chinesischen Zeichen, den sogenannten Kanji, geschrieben. Auch Adverben werden meist mit Kanji wiedergegeben. Daraus folgt, dass man die chinesischen Zeichen erlernen muss, um in der Lage zu sein, den allergrößten Teil des japanischen Wortschatzes lesen zu können. Allerdings werden nicht alle Worte mit Kanji geschrieben, beispielsweise besitzt das Verb "tun" zwar rein technisch gesehen ein zugehöriges Kanji, wird aber stets in Hiragana geschrieben. Ob man ein Wort mit Hiragana oder mit Kanji geschrieben werden sollte, hängt von den eigenen Vorlieben sowie dem Gespür dafür, wie man bestimmte Dinge normalerweise schreibt, ab. Allerdings wird die Mehrzahl der japanischen Worte fast immer mit Kanji geschrieben (mit Ausnahme von Kinderbüchern und anderem Lesestoff, bei dem nicht erwartet wird, dass der Leser viele Kanji beherrscht)
Dieser Leitfaden benutzt Kanji von Beginn an, um dem Lernenden zu helfen, so früh wie möglich "echtes" Japanisch lesen zu können. Aus diesem Grund möchten wir uns mit einigen Eigenschaften der Kanji beschäftigen, und einige Strategien zum schnellen und effizienten Lernen behandeln. Die Kanji zu beherrschen ist sicher nicht leicht, aber auf keinen Fall unmöglich. Der wichtigste Teil des Schlacht ist, eine Strategie zum Kanji-Lernen zu erwerben, sowie der Zeitfaktor. Kurz gesagt, das Einprägen der Kanji über das Kurzzeitgedächtnis hinaus muss mit viel Lernaufwand und (besonders wichtig) über einen langen Zeitraum geschehen. Und damit meine ich nicht etwa, fünf Stunden am Tag zu lernen, sondern immer wieder alle paar Monate die Schreibung eines Kanji zu überprüfen, bis man es sicher kann. Es gibt noch einen anderen Grund, warum der Leitfaden von Anfang an Kanji benutzt: Es macht keinen Sinn, mit der gewaltigen Aufgabe des Kanji-Lernens erst als Fortgeschrittener anzufangen. Beim Lernen der Kanji von Anfang an, zusammen mit dem neuen Vokabular, wird die umfangreiche Arbeit in kleine, überschaubare Abschnitte aufgeteilt, und die zusätzlich zur Verfügung stehende Zeit hilft, die gelernten Kanji im Langzeitgedächtnis zu verankern. Weiterhin hilft dieses Vorgehen beim Lernen neuer Vokabeln, die oft Kombinationen schon bekannter Kanji enthalten. Wenn man später mit dem Kanji-Lernen beginnt, geht dieser Vorteil verloren oder wird zumindest reduziert.
Lernen der Kanji
Alle Hilfsmittel, die du brauchst, um mit dem Kanji-Lernen zu beginnen, findest du auf der freien Webseite
Jim Breen's WWWJDIC. Zusäztlich zu den umfangreichen Wörterbüchern findest du auf dieser Seite Strichfolgen-Diagramme für die 1945 Jouyo-Kanji (das sind fast alle Kanji, die du kennen mußt). Speziell diejenigen, die gerade mit dem Lernen anfangen, sollten jedes Kanji oft schreiben, um sich die Strichfolge einzuprägen. Eine weitere wichtige Fähigkeit ist, ein Kanji ausgewogen zeichnen zu können, so dass kein Teil zu groß oder zu klein ist. Darum sollte man versuchen, die Schriftzeichen möglichst originalgetreu zu kopieren. Mit der Zeit erwirbt man von selbst ein Gefühl für die richtige Strichfolge für bestimmte Arten von Zeichen, so dass das Schreib-Training übersprungen werden kann. Alle in diesem Leitfaden verwendeten Kanji können nachgeschlagen werden, indem man sie über die Zwischenablage ins WWWJDIC kopiert.
Lesung der Kanji
Fast alle Zeichen haben zwei unterschiedliche Lesungen namens 音読み (おんよみ) und 訓読み(くんよみ). 音読み ist die originale chinesische Lesung, während es sich bei 訓読み um die japanische Lesung handelt. Kanji, die in zusammengesetzten Worten (oder 熟語) vorkommen, werden normalerweise 音読み gelesen, während ein Kanji für sich alleine meis 訓読み gelesen wird. Beispielsweise wird 「力」(ちから) entsprechend der 訓読み gelesen, obwohl das gleiche Zeichen in einem zusammengesetzten Wort wie 「能力」 mit der音読み
(in diesem Fall 「りょく」) gelesen wird.
Bestimmte Wörter (besonders die am häufigsten verwendeten) besitzen mehr als eine 音読み oder 訓読み. Zum Beispiel wird im Wort 「怪力」 das Zeichen「力」 als 「りき」 und nicht 「りょく」 gelesen. Einige zusammengesetzte Worte haben ihre eigenen Lesungen, die nichts mit den Lesungen der einzelnen Zeichen zu tun haben. Diese Lesungen müssen einzeln gelernt werden. Glücklicherweise gibt es davon nicht allzuviele.
訓読み wird nicht nur für einzeln stehende Zeichen, sondern auch für Adjektive und Verben verwendet. Bei diese Worten kommt am Ende meist eine Folge von Kana, was okurigana genannt wird. Dadurch kann das chinesischen Zeichen seine Lesung beibehalten, selbst wenn das Wort konjugiert wird. Beispielsweise besitzt das Verb 「食べる」 die Vergangenheitsform 「食べた」. Obwohl sich das Verb verändert hat, wurde die Lesung des 「食」 davon nicht berührt. Alles einfach und sicher. Okurigana dient auch dazu, zwischen transitiven und intransitiven Verben zu unterscheiden (später mehr dazu).
Ein weiteres Konzept, das am Anfang oft Schwierigkeiten macht, ist, dass die Lesung eines Kanji in einem zusammengesetzten Wort oft leicht abgewandelt wird, um dieses leichter aussprechen zu können. Gebräuchliche Abweichungen betreffen das / h /, das zu einem / b / oder / p / wird, oder der Wechsel von 「つ」 zu 「っ」. Beispiele dafür sind 「一本」、「徹底」 und 「格好」.
Ein anderer spaßiger Aspekt von Kanji ist, dass man über Worte stolpert, die praktisch das Gleiche bedeuten und dieselbe Lesung haben, aber unterschiedliche Kanji verwenden, um eine etwas andere Bedeutungs-Nuance auszudrücken. Zum Beispiel bedeutet 「聞く」(きく) "hören", genauso wie 「聴く」(きく). Der einzige Unterschied ist, dass 「聴く」 verwendet wird, wenn man dem Gehörten mehr Aufmerksamkeit schenkt. Deshalb wird beim Hören von Musik fast immer 「聴く」 anstatt 「聞く」 verwendet. 「聞く」 kann neben "hören" auch "fragen" bedeuten, aber die Variante 「訊く」(きく) nur "fragen". Man schreibt üblicherweise auch nicht 「見る」, sondern 「観る」, wenn es sich auf das Anschauen einer Vorführung (wie etwa eines Films im Kino) bezieht. Ein anderer interessanter Fall ist das Verb「書く」(かく), was "schreiben" bedeuted, während 描く (かく) "zeichnen" heißt. Wenn man allerdings ein abstraktes Bild schildert, wie etwa die Szene in einem Buch, wird das gleiche Wort 「描く」 「えがく」 gelesen. Es kommt auch vor, dass Bedeutung und Kanji gleich bleiben, aber verschiedene Lesungen möglich sind, wie etwa in 「今日」, das entweder als 「きょう」、「こんじつ」 oder 「こんにち」 gelesen werden kann. In diesem Fall spielt es keine große Rolle, welche Lesung man verwendet, außer, dass je nach Situation bestimmte Varianten vorgezogen werden.
Schließlich gibt es noch das spezielle Zeichen 々 , das eigentlich kein echtes Kanji ist. Es zeigt einfach an, das das letzte Kanji wiederholt wird. Beispielsweise können die Worte 「時時」、「様様」、「色色」、「一一」 als 「時々」、「様々」、「色々」、「一々」 geschrieben werden, was auch die übliche Schreibweise ist.
Neben diesen "Eigentümlichkeiten" halten die Kanji noch einen ganzen Haufen entzückender Aufmunterungen und Überraschungen bereit, wenn man im Japanischen Fortschritte macht.
Die Entscheidung, ob diese Aussage sarkastisch ist, sei dem Leser überlassen. Die Furcht, dass die japanische Schrift unglaublich schwierig sei, ist trotzdem unbegründet. Bei den meisten Worten der Sprache ist die Zuordnung der Kanji eindeutig, und die Mehrheit der Kanji hat höchtens zwei Lesungen.
Warum überhaupt Kanji?
Einige Leute haben das Gefühl, dass die Benutzung einzelner, unterschiedlicher Zeichen anstelle eines vernünftigen Alphabets veraltet und übermäßig kompliziert ist. Es ist gut möglich, dass es keine so gute Idee war, die chinesischen Zeichen im Japan zu übernehmen, da beide Sprachen eine vollkommen andere Struktur besitzen. Aber es ist nicht Zweck dieses Leitfadens, über eine vor tausenden von Jahren getroffene Entscheidung zu debattieren, sonder zu erklären, warum du Kanji lernen musst, um Japanisch zu lernen. Und damit meine ich mehr, als einfach zu sagen: "Es wird nunmal so gemacht, also bring' es hinter dich!"
Einige Leute haben auch das Gefühl, dass die Japaner einfach vom Chinesischen zum Romaji wechseln sollten, und die ganzen komplizien Symbole abschaffen sollten, die die fremden weißen Dämonen verwirren. In der Tat haben die Koreaner ihr eigenes Alphabet [Hangul] angewandt, um ihre Schriftsprache mit großem Erfolg zu vereinfachen. Warum hat das in Japan nicht funktioniert? Und ich frage das in der Vergangenheitsform, weil (soviel ich weiß) die japanische Regierung kurz nach dem Krieg versucht hat, die Kanji durch Romaji zu ersetzen, allerdings mit wenig Erfolg. Ich denke, jeder einmal Japanisch eingetippt hat, weiß genau, warum das nicht gutgeht. Fast immer, wenn das gerade getippte Hiragana in Kanji konvertiert werden soll, stehen mindestens zwei Möglichkeiten (zwei Homophone) zur Auswahl, und manchmal bis zu zehn (wie etwa für "kikan"). Die etwa 46 unterschiedlichen Laute im Japanischen machen es schwer, Homophone zu vermeiden. Verglichen damit hat Koreanisch 14 Konsonanten und 10 Vokale. Jeder Konsonant kann mit jedem Vokal kombiniert werden, was 140 Kombinationen ergibt. Dazu kann noch ein dritter, und manchmal ein vierter Konsonant angehängt werden, um ein einzelnes Zeichen zu bilden. Das sind über 1960 Silben, die theoretisch konstruiert werden können (die tatsächlich verwendete Anzahl ist wesentlich kleiner, ich kenne allerdings nicht den exakten Wert). Weil man schneller lesen will, als man sprechen kann, braucht man ein paar optische Hinweise darauf, was das gerade für ein Wort ist. Man kann das Aussehen der Wörter im Deutschen benutzen, um durch einen Text zu brausen, weil die meisten Wörter eine unterschiedliche "Gestalt" haben. Versuche dich einmal an dieser kleinen Übung:
"He, owboll ale Wrote falsh gescriben sidn, kants duh misch tortzdem vresthen?" In Koreanisch funktioniert das ebenfalls, weil es genügend Buchstaben gibt, die den Worten ein markantes und unterschiedliches Aussehen verleihen. In Japanischen wird dies durch die Verwendung von Kanji erreicht, ohne die der Leser wahrscheinlich viel zu oft anhalten muss, um anhand des Zusammenhangs herauszufinden, welches Wort gerade gemeint ist.
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/25
Grundlagen der Grammatik
Grundlegende grammatikalische Strukturen
Nachdem wir gelernt haben, japanisch zu schreiben, können wir uns der grundlegenden grammatikalischen Struktur der Sprache widmen. Dieser Teil des Leitfadens behandelt vorrangig alle Sprachbestandteile: Substantive, Adjektive, Verben und Adverben. Es wird ebenfalls darauf eingegangen, wie man aus den verschiedenen Wortarten mit Hilfe verschiedener Partikel zusammenhängende Sätze bildet. Am Ende dieses Teils sollte man über ein Grundverständnis davon erlangt haben, wie Japanisch funktioniert und wie Gedanken auf Japanisch ausgedrückt werden.
In diesem Teil behandelte Kapitel
Die Kopula - Wie man das deutsche Verb "sein" auf Japanisch ausdrückt.
Einführung zu den Partikeln - Dieses Kapitel beschreibt, wie man Beziehungen zwischen Dingen herstellt, in dem man ein Thema und/oder Subjekt durch die Partikel 「は」、「も」 und 「が」 bestimmt.
Adjektive - Behandelt die Haupteigenschaften der Adjektive. Wir lernen, wie ein Substantiv entweder direkt oder durch Benutzung von Partikeln modifiziert wird.
Grundlagen der Verben - Behandelt die grundlegenden Eigenschaften von Verben. Das Kapitel behandelt die Einteilung der Verben, wodurch die Konjugationsregeln einfach verallgemeinert werden können.
Negativform der Verben - Stellt die Konjugationsregeln der negativen Verbform vor. Wir lernen, wie der Satz "Er geht." zu "Er geht nicht." transformiert wird.
Vergangenheitsform - Behandelt die Konjugation der Verben zur Vergangenheitsform (Präteritum). Wir lernen, wie der Satz "Er geht." in den Satz "Er ging." verwandelt wird.
Partikel, die mit Verben verwendet werden - Dieses Kapitel behandelt Partikel, die in den meisten Fällten mit Verben verbunden sind. Wir lernen die Verwendung des Objekt-Partikels (を), des Ziel-Partikels (に), des Bewegungsziel-Partikels (へ) und des Kontext-Partikels (で).
Transitive und Intransitive Verben - Wir behandeln die transitiven and intransitiven Verben, und den daraus resultierenden Einfluss auf die Verwendung von Partikeln.
Beschreibende Nebensätze - Wir lernen, wie Substantive durch auf Verben oder konjugierten Substantiven basierenden Nebensätze modifiziert werden können, um komplexere Sätze zu bilden.
Auf Substantive bezogene Partikel - Wir lernen auf Substantive bezogene Partikel (と、や、とか、の) kennen. Es wird auch die generische Ersetzung von Substantiven behandelt, die es erlaubt, fast alles als Thema oder Bezeichner zu verwenden. Die Verwendung als implizite Erklärung wird ebenfalls behandelt.
Adverben und Gobi - Ein kurzes und einfaches Kapitel zum Abschluß dieses Teils. Es wird beschrieben, wie man aus Adjektive Adverben bilden kann, und auch, wie man "Adverben" verwenden kann, um Adjektive zu erhalten. Weiterhin werden zwei sehr gebräuchliche und nützliche Satzendungen eingeführt.
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/8/30
Feststellen, dass sich etwas so verhält mittels 「だ」
Einer der verzwicktesten Eigenschaften des Japanischen ist, dass es kein Verb wie das deutsche "sein" für den "Zustand der Existenz" gibt *). Dafür kann im Japanischen feststellen, das sich etwas so verhält wie es sich verhält, in dem man die Hiragana-Silbe 「だ」 an ein Substantiv oder na-Adjektiv anhängt, aber nur dort. Was das genau bedeutet, erfährst du, wenn wir mehr über Substantive und Adjektive lernen.
*) In Folge wird dafür der Fachbegriff "Kopula" verwendet. Es scheint keine
angemessene deutsche Übersetzung für "state-of-being" ("Zustand des Seins") zu geben, die kurz und unmissverständlich ist. [dg]
Das sieht bis jetzt einfach aus. Jetzt kommt ein richtiger Hammer:
Die Kopula kann unausgesprochen inbegriffen sein!
So wie es dort steht, ist(1)einfach das Wort 'Fisch', und es hat darüber hinaus keine
besondere Bedeutung. Allerdings werden wir im nächsten Kapitel sehen, dass wir
(verbunden mit dem Themen-Partikel) aus dem Zusammenhang ableiten können,
dass etwas ein Fisch ist, ohne irgend etwas derartiges zu deklarieren. Als
nächstes wirst du dich wahrscheinlich fragen: "Wenn ich sagen kann, dass
etwas X ist, ohne 「だ」 zu verwenden, warum brauche ich es dann überhaupt?"
Nun, der Hauptunterschied ist, dass eine deklarative Feststellung den Satz
eindringlicher und kraftvoller klingen läßt. Deshalb benutzen gewöhnlich eher
Männer das 「だ」 am Satzende. Darum kann man nicht 「だ」 benutzen, wenn man
etwas fragt, weil das so klingen würde, als würde man eine Frage stellen
und gleichzeitig eine Feststellung treffen.
Das deklarative 「だ」 wird auch in verschiedenen grammatikalischen Strukturen benötigt,
wo die Kopula explizit angegeben werden muss. Es gibt auch Fälle, wo man sie
nicht benutzen darf. Das Ganze geht einem manchmal wirklich auf den Keks,
aber im Moment brauchst du dir darüber noch keine Sorgen zu machen.
Die Konjugation für die negative Kopula
Im Japanischen werden sowohl Negativ- wie auch Vergangenheitsform durch Konjugation
ausgedrückt. Wir können also die Kopula konjugieren um auszudrücken, dass etwas
nicht [X] ist, oder dass etwas einmal [X] war. Es mag am Anfang etwas
schwierig zu verstehen sein, aber keine dieser Kopula-Konjugationen stellt
etwas in der Art fest, wie 「だ」 es tut. Wir lernen in einem
späteren Kapitel, wie man diese Zeitformen
zu einer Feststellung macht, in dem man 「だ」 ans Ende des Satzes hängt.
Beginnen wir mit der negativen Form: Man braucht einfach nur「じゃない」 an das
Substantiv oder na-Adjektiv zu hängen.
Konjugationsregeln für die negative Kopula
Hänge 「じゃない」 an das Substantiv oder na-Adjektiv (例) 友達 → 友達じゃない (ist nicht Freund)
Beispiele
(1) 魚じゃない。- Ist nicht Fisch.
(2) 学生じゃない。- Ist nicht Student.
(3) 静かじゃない。- Ist nicht still.
Die Konjugation für die Vergangenheitsform der Kopula
Jetzt lernen wir, die Vergangenheitsform zu bilden. Um eine Feststellung über
die Vergangenheit zu treffen, wird an das Substantiv「だった」 angehängt.
Die Negativform wird zur negativen Vergangenheitsform, in dem man einfach
das 「い」 von 「じゃない」 weglässt und stattdessen 「かった」 hinzufügt.
Konjugationsregeln für die Vergangenheitsform der Kopula
Vergangenheitsform: Hänge 「だった」 an das Substantiv oder na-Adjectiv (例) 友達 → 友達だった (war Freund)
negative Vergangenheitsform: Konjugiere das Substantiv oder
na-Adjectiv zuerst zur Negativform, und ersetzte dann das 「い」 von
「じゃない」 durch 「かった」
(例) 友達 → 友達じゃない
→ 友達じゃなかった (war nicht Freund)
(1) 魚だった。- War Fisch.
(2) 学生じゃなかった。- War nicht Student.
(3) 静かじゃなかった。- War nicht still.
Zusammenfassung
Wir haben gelernt, die Kopula in allen vier Formen auszudrücken. Als nächstes werden einige Partikel behandelt, mit deren Hilfe wir Beziehungen zwischen Substantiven herstellen können. Die folgende Tabelle fasst die Konjugationen zusammen, die wir in diesem Kapitel gelernt haben.
Zusammenfassung der Kopula
Positiv
Negativ
Gegenwart *)
魚だ
Ist Fisch
魚じゃない
Ist nicht Fisch
Vergangenheit
魚だった
War Fisch
魚じゃなかった
War nicht Fisch
*) Genau genommen "Nicht-Vergangenheit", da diese Form auch die Zukunft betreffen kann.
Die Übersetzung "Gegenwart" für "non-past" wird mangels Alternativen trotz dieser Ungenauigkeit weiterhin beibehalten. [dg]
Diese Seite wurde zuletzt durchgesehen 2005/4/7
Die Übersetzung wurde zuletzt durchgesehen 2005/12/31
In den folgenden Übungen werden wir die Konjugation der Kopula üben, die wir gerade behandelt haben.
Zuvor solltest du die folgenden nützlichen Substantive lernen oder wiederholen, die in den Übungen verwendet werden.
Kanji Zu Beginn habe ich als kleine Hilfe alle Kanji aufgelistet, die bei den Vokabeln Verwendung finden.
Die Verweise führen zu Strichfolge-Diagrammen. Man kann leider nicht immer deutlich die Richtung erkennen (obwohl man diese anhand der Animation erahnen kann), also sollte bei Unklarheiten ein Kanji-Lexikon zu Rate gezogen werden. Ich empfehle, die Kanji immer im Zusammenhang mit echten Worten (wie den Vokabeln weiter unten) zu lernen.
Vokabeln Hier ist die Liste mit einigen einfachen Substantiven, die in den Übungen verwendet werden.
うん - umgangssprachlich für "ja" (klar, sicher)
ううん - umgangssprachlich für "nein" (nee)
これ - dieses (nahe beim Sprecher)
それ - jenes (nahe dem Zuhörer)
あれ – das da drüben
こう – dies ist so und so
そう – das ist so und so
人 【ひと】 - Person
大人 【おとな】 - Erwachsener
子供 【こども】 - Kind
友達 【ともだち】 - Freund
車 【くるま】 - Wagen
学生 【がくせい】 - Student, Schüler
先生 【せんせい】 - Lehrer
学校 【がっこう】 - Schule
小学校 【しょうがっこう】 - Grundschule
中学校 【ちゅうがっこう】 - Mittelschule
高校 【こうこう】 - Oberschule
大学 【だいがく】 - Hochschule
Konjugations-Übung 1
Wir üben jetzt die Konjugation der Kopula. Konjugiere jedes Substantive in die folgenden Formen: Kopula, negative Kopula, Vergangenheitsform der Kopula, negative Vergangenheitsform der Kopula.
In dieser zweiten Übung wollen wir das Wissen über Konjugation und Vokabular testen, in dem wir einfache deutsche Sätze übersetzen.
Beachte bitte, dass die positiveKopula in der Gegenwart unausgesprochen "inbegriffen" sein kann, wir aber dem Zweck dieser Übung entsprechend annehmen, dass er immer angegeben wird.
Vergiß bitte nicht, dass dies einem sehr kräftigen und bestimmenden Tonfall entspricht.